Gerechtigkeit gegen Armut


Über 2.6 Milliarden Menschen weltweit leben in Armut, obwohl die Allgemeine Menschenrechtserklärung allen Menschen ein Leben in Sicherheit und Würde garantieren soll. Wir erleben damit den größten Menschenrechtsskandal der Geschichte. Denn Armut ist nicht einfach Schicksal, sondern die Folge und Ursache von unzähligen Menschenrechtsverletzungen.
Die Zahl der von Armut betroffenen Menschen wächst rasant. Mehr als 850 Millionen Menschen leiden derzeit an Hunger. Täglich sterben 25'000 Menschen an Unterernährung und verschmutztem Trinkwasser. Amnesty International setzt sich für die Überwindung der Armut ein und gibt den Menschen auf der Schattenseite des Lebens eine Stimme.
«Armut ist der größte Menschenrechtsskandal unserer Zeit», sagt Irene Khan, Generalsekretärin von Amnesty International. Denn Armut ist nicht einfach Schicksal. Armut ist die Folge und wiederum die Ursache von unzähligen Menschenrechtsverletzungen. Im Teufelskreis der Armut gefangen sind Menschen, deren fundamentale Rechte wie das Recht auf Nahrung, das Recht auf Bildung oder das Recht auf eine angemessene Unterkunft verletzt werden. Ihnen werden oft auch die politischen und bürgerlichen Rechte verwehrt, damit sie sich nicht gegen ihre Situation wehren können.

Armut ist entwürdigend
«Als sie mir mein Land genommen haben, haben sie mir auch
meine Würde und meine Unabhängigkeit genommen.»
Pedro Cortez, 44, Bauer, Kolumbien.
Cortez wurde von paramilitärischen Gruppen enteignet.
Armut bedeutet Ausschluss
In der Statistik der Weltbank wird Armut über das Einkommen definiert. 1,4 Milliarden Menschen leben in absoluter Armut. Das heißt, sie verfügen pro Tag über weniger als 1,25 US-Dollar in lokaler Kaufkraft. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung - 2.6 Milliarden Menschen - muss mit weniger als zwei US-Dollar am Tag überleben.
Doch Armut ist weit mehr als eine Frage des Einkommens. Armut bedeutet in Europa on erster Linie die Ohnmacht darüber, sein Leben nicht mitgestalten zu können, Armut bedeutet Ausschluss und Ausgrenzung, Unsicherheit und Sprachlosigkeit.
«Um die weltweite Armut zu bekämpfen, müssen wir die Rechte der Betroffenen zum Thema machen und ihnen eine Stimme geben», sagt Irene Khan. Gemeinsam mit Menschen, die in Armut leben, engagiert sich Amnesty International deshalb gegen die Ursachen und die Folgen der Armut.

Gerechtigkeit gegen Armut warum ai:  gerechtigkeit gegen armut warum ai-b.pdf
Gerechtigkeit gegen Armut Fragen und Antworten:  gerechtigkeit gegen armut fragen und antworten-c.pdf