Am 11. Januar 2016 wurden die Kinovorhänge des Hamburger Kinos Abaton für eine ganz besondere Veranstaltung geöffnet. Die Cinema for Peace Foundation kam nach zweijähriger Pause wieder zurück in die Hansestadt und stellte im Rahmen seines „Monthly Screening“-Projekts insgesamt sieben Kurzfilm zum Thema Menschenrechte vor.

Das kostenlose Event startete um 19 Uhr in einem nahezu vollem Kinosaal und wurde mit einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Amnesty International Hamburg und Peace Brigades International (PBI) abgerundet.

Die folgenden internationalen Kurzfilme wurden dem Publikum vorgestellt:

Kingdom of Garbage
(Yasir Kareem, 2015, 9 min)
„ Zahraa and her brother Hassan must scour a landfill site for valuable materials to provide for their poor family. When a trade between Zahraa and the self-proclaimed "King of Garbage" goes wrong, the siblings' relationship is tested to the breaking point. Can the two overcome Zahraa’s innocent mistake?“

© Ineke Sass, Gruppe 1457

Wir hatten uns viel vorgenommen: insgesamt fünf Aktionen haben wir vorbereitet und erfolgreich durchgeführt. Die Amnesty International Hochschulgruppe Lüneburg (Gruppe 1457) gibt es seit 2005, aber erst seit dem letzten Jahr haben wir genügend motivierte Mitglieder, um eine ganze Aktionswoche auf die Beine zu stellen. Wir wollten möglichst viele Menschen erreichen und zum Briefe schreiben einladen, weshalb wir überall in Lüneburg präsent waren. Mehr Fotos dazu findet ihr übrigens auf unserer Facebook-Seite (facebook.com/amnestyleuphana), auf der wir den gesamten Briefmarathon begleitet haben und so stets aktuell berichten konnten.

Natürlich begannen wir an der Leuphana Universität Lüneburg: ein Stand mit Bio-Waffeln lockte Neugierige an, Spenden wurden gesammelt und die ersten Briefe geschrieben. Außerdem haben wir einen selbstgebastelten „Briefkasten" bei UNIBUCH, dem Buchladen auf dem Campus, aufgestellt. Direkt neben der Kasse wurde die Möglichkeit, sich zu informieren und Appellbriefe für Phyoe Phyoe Aung zu unterzeichnen, gut genutzt. Als Gruppe war es uns wichtig, uns trotz aller Aktionen Zeit für eigene Solidaritätsbriefe zu nehmen. Deshalb organisierten wir einen gemütlichen Raum, stellten Tee und Kekse bereit und schrieben im Kerzenschein gemeinschaftlich Briefe. Dazu hatten wir die Lüneburger Schülergruppe vom Herder-Gymnasium (Gruppe 1729) und die Stadtgruppe (Gruppe 1455) eingeladen – es war ein sehr schönes Erlebnis, Leute von allen drei Gruppen und daher aus unterschiedlichen Altersstufen zusammenzubringen!

Am Montag, den 30. November um 18:00 Uhr, haben Hamburgs Justizsenator Dr. Till Steffen und Lichtkünstler Michael Batz die Illumination des Mahnmals St. Nicolai eingeschaltet. 600  Leuchten ließen das Mahnmal am weltweiten Aktionstag gegen die Todesstrafe grün erstrahlen. Bezirkssprecherin Sarah Rödiger und Salome Grigor von der Altonaer Gruppe waren für Amnesty International dabei.

Cities for Life – Städte für das Leben

Justizsenator Dr. Till Steffen sagt dazu: „Die Todesstrafe ist kein mittelalterliches Vollstreckungsmittel, das nur noch von wenigen, weit entfernten Staaten praktiziert wird. Auch in Europa können wir ihr begegnen: So hatte Mitte diesen Jahres Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban noch laut über eine Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. Es ist gut, dass diese Überlegungen nun vom Tisch sind. Aber in vielen Ländern dieser Welt wird die Todesstrafe immer noch vollstreckt, darunter auch die USA. In den USA zeigen Meinungsumfragen, dass die öffentliche Unterstützung für die Todesstrafe sinkt. Ich hoffe deswegen, dass dort die Todesstrafe weiter zurückgedrängt wird.“

Die Aktion wird jährlich vom Bündnis „Cities for Life – Städte für das Leben“ durchgeführt, dem Hamburg seit 2012 angehört. Grün erleuchtet wurden bisher das Oberlandesgericht, der Michel und das Rathaus.
Fotos © Dörte Huß

      

Viele Künstler unterstützen die Arbeit von Amnesty International und setzen sich aktiv für Menschenrechte ein. So auch die Jungs der US-Punkrockband Anti-Flag. Am 9. November 2015 gaben sie ein Konzert in der Fabrik in Altona und Amnesty International war dabei – mit großem Erfolg!

Pittsburgh, Pennsylvania, in den 1970er Jahren: Die Stahlkrise war auf ihrem Höhepunkt, viele Menschen verloren ihre Arbeit und die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Tiefpunkt. Außerdem war die Punkmusik auf dem Vormarsch und mitten hinein geboren in diese Zeit wurden „Justin Sane“, „Pat Thetic“, „Chris Head“ und „Chris #2“. „Die Zeit hat uns politisch geprägt“, verrät Chris #2 im Amnesty International-Interview. Heute spielen die vier Punkrock und Hardcore in der Band „Anti-Flag“ und setzen sich damit für Menschenrechte ein. „Wir sind alle gleich, egal wo wir geboren wurden“ - dieser Gedanke ist fest verankert in den Köpfen der Jungs aus Pittsburgh, die in einer multikulturellen Nachbarschaft aufwuchsen.

Unter dem Motto “Gewalt gegen Frauen – Erfahrungen aus Indien” durfte Amnesty Hamburg zwei starke Persönlichkeiten im Gängeviertel begrüßen. Am 08. September 2015 lud der Amnesty International Bezirk Hamburg und die Hochschulgruppe Hamburg die zwei Aktivistinnen Asha Kowtal, General Secretary All India Dalit Women’s Rights Forum (AIDMAM) und Nusrat Khan, Researcher on Women’s Rights, Amnesty International India, ein.


 

Anlässlich des Besuchs organisierte der Bezirk einen gemeinsamen Brunch um mehr über die Arbeit der beiden Frauen in Indien zu erfahren. Das Event fand im Gängenviertel statt und wurde vom Café Nash mit kleinen Snacks und Getränken unterstützt. Die beiden Aktivistinnen berichten von ihren jeweiligen Projekten, die wir euch hier nicht vorenthalten möchten.

 

 

Die Kreuzigung ist eine Tötungsmethode, die sehr lange und sehr grausam ist. Und die heute sogar noch bei Hinrichtungen angewendet werden dürfte. Dr. Ralf Hempelmann engagiert sich bei Amnesty International gegen jede Art von Todesstrafe. Sie auch?

Am 30. November 2014 - dem Tag der Aktion „Cities for Life“ - wurde das Rathaus speziell angeleuchtet.

Aus diesem Anlass veranstaltete die Gruppe 1120 auf der Brücke vor dem  Rathaus eine Mahnwache mit dem Motto „Für eine Welt ohne Todesstrafe“.

Afghanin gibt Einblicke in die Menschenrechts-Situation am Hindukusch

Lüneburg – Das Glockenhaus in Lüneburg war gut besucht. Früher wurde es als Zeughaus, also Waffenarsenal verwendet. Nun dient es friedlichen Zwecken, denn seit einigen Jahren finden dort regelmäßig Veranstaltungen statt. Der Ort bot also einen geeigneten Rahmen, aber irgendetwas musste die etwa 80 Zuhörer von den unweit gelegenen Glühweinständen des Weihnachtsmarktes hergelockt haben.

In der Vorweihnachtszeit sollte die Menschenrechts-Situation in Afghanistan nicht das große Interesse auslösen, aber weitgefehlt! Die Besucher konnten sich am Buffet laben. Zum Auftakt stellte die Blues-Band „Mojo Workers“ aus Lüneburg ihr Können unter Beweis. Da fingen unwillkürlich die Füße an zu wippen. Die Band gab am Anfang und in der Pause musikalischen Perlen des frühen Blues und Jazz von Robert Johnson, Big Bill Broonzy, Blind Blake und anderen Legenden zum Besten.

Vor vollem Haus mit rund 300 Besucher_innen präsentierte Queeramnesty Hamburg am 23. März im Abaton-Kino den Dokumentarfilm „Born This Way“ mit anschließendem Gespräch mit Alice Nkom, die am Dienstag zuvor in Berlin den Menschenrechtspreis von Amnesty International 2014 erhalten hatte. Der bewegende Dokumentarfilm, der 2013 ohne jede offizielle Genehmigung entstanden ist, zeigte am Beispiel von Einzelschicksalen in anschaulicher Weise die Situation von Homosexuellen in Kamerun. Nach dem Film gab es ein von Simone Fourestier und Kirsten Look moderiertes Publikumsgespräch mit Alice Nkom, die dabei ausführlich über ihr beeindruckendes und unermüdliches Engagement für die Rechte Homosexueller in Kamerun sprach. Am sehr gut besuchten Infotisch im Foyer des Abaton konnten sich die Besucher_innen zudem über die Arbeit von Amnesty International und insbesondere über Queeramnesty informieren. Auch Alice Nkom stand nach der Veranstaltung noch für das ein oder andere persönliche Gespräch am Infotisch zur Verfügung.

Eine Aktion von Queeramnesty zu den Winterspielen in Sotschi.

In der Zeit der Olympischen Winterspiele in Sotschi gab es weltweit zahlreiche Aktionen von Amnesty International und anderen NGOs. Queeramnesty Hamburg beteiligte sich u. a. mit einem Stand vor der gut besuchten Eislaufbahn im Planten un Bloomen mit einer auffälligen Postkarte und dem provokanten Zitat der russischen Schauspielerin Faina Ranevskaya „Homosexualität ist keine Perversion, pervers ist Ballett auf dem Eis!“. So wurde der Bezug zu den Winterspielen hergestellt. Ein echter Besucher_innen-Magnet wurde der Stand durch die gelben Amnesty Luftballons, mit denen symbolisch „Liebesgrüße nach Russland“ geschickt wurden. 

Was haben Lebkuchen und Zimtsterne mit der Meinungsfreiheit in Russland zu tun? In der Tat erscheint die Verbindung der beliebten Weihnachtsleckereien mit der Menschenrechtslage in Russland auf den ersten Blick äußerst merkwürdig.

Doch wer am Morgen des 17.12.13 am Bf. Altona oder Bf. Dammtor unterwegs war, dem wurde schnell bewusst, was diese beiden miteinander zu tun haben.

In Erinnerung an die Erfolge der vergangenen ATT-Aktionen, bei denen sich die Mitglieder des Bezirks bepackt mit „Granatenobst“ und Bananen an mehreren Bahnhöfen in Hamburg für einen starken Vertrag zur Kontrolle des internationalen Waffenhandels einsetzten, begann der AK Öffentlichkeitsarbeit im Dezember mit den Vorbereitungen für diese besondere Aktion. Statt „Granatenobst“ und Bananen wurden kleine Papiertüten gepackt, gefüllt mit Lebkuchen und Zimtsternen und beklebt mit den aktuellen Aufklebern zur Russland-Kampagne. Diese Tüten wurden zusammen mit den aktuellen Flyern „Russland: Freiheit statt Kontrolle“ und dazugehöriger Appellpostkarte am Morgen des 17.12.13 am Bf. Altona sowie am Bf. Dammtor an die Passanten verteilt. Die Passanten, die größtenteils zur Arbeit oder zur Uni eilten, freuten sich über die Aufmerksamkeiten und nahmen auch die Flyer mit Interesse entgegen. Dank der Unterstützung mehrerer Mitglieder des Bezirks, die sowohl beim packen als auch beim verteilen der Tüten geholfen haben, konnten alle 400 Tüten und Flyer in weniger als einer halben Stunde verteilt werden.

Eine Menge bunter Nofretete-Banner, junge Amnesty-Mitglieder mit zugeklebten Mündern, eine laute und bunte Demo in der Hamburger Innenstadt und ausländische Gäste– Das war das Jugend@Amnesty 2013. Doch der Reihe nach.

Anfang des Jahres stimmte die Amnesty International Hochschulgruppe der Uni Hamburg über ein ganz besonderes Projekt ab: „Wollen wie dieses Jahr das Jugend@Amnesty“ veranstalten?“ Bei dem jährlichen Treffen kommen Mitglieder der Jugend- und Hochschulgruppen von AI aus ganz Deutschland für ein Wochenende zusammen, um sich zu vernetzten, auszutauschen, menschenrechtliche Themen in Workshops aufzuarbeiten und zusammen eine große öffentlichkeitswirksame Aktion durchzuführen. Viel Planung, viel Verantwortung – aber ein tolles Erlebnis. Wann, wenn nicht jetzt, dachten wir uns und votierten einstimmig für das Jugend@Amnesty 2013 in Hamburg. Und so wurde die Hansestadt vom 15. bis zum 17. November dieses Jahres der Heimathafen für rund 200 menschenrechtsinteressierte Jugendliche aus allen Ecken Deutschlands. Außerdem haben wir zum diesjährigen Jugend@Amnesty ein Duzend ausländische Gäste eingeladen, die mit Begeisterung aus Ghana, Schweden oder Irland anreisten.

Am 14.11.2013 haben wir uns im Bezirksbüro auf Englisch zur Arbeit in der Sektion Ghana und dem Hamburger Bezirk ausgetauscht. Zu Besuch waren drei ehrenamtliche und ein hauptamtlicher Mitarbeiter_innen der ghanaischen Sektion, die sich vor allem mit Jugendarbeit beschäftigen. Begleitet wurden sie von Adrian Hennawi aus dem SdS. Ghana ist sehr engagiert in der Jugendarbeit und nutzt dafür auch Instrument "Human Rights friendly Schools". Schulen bzw. Schulleiter sind als Mulitplikatoren einer der Schlüssel-Ansprechpartner für die dortige Jugendarbeit. Die ghananische Sektion hat ungefähr 3.000 Mitglieder. Das Land Ghana hat 25 Mio. Einwohner. Zum Vergleich: in Deutschland gibt es 80 Mio. Einwohner und 27.000 Amnesty-Mitglieder. Inhaltlich haben wir auch über LGTBI-Rechte gesprochen und die sehr erfolgreiche Arbeit von Queeramnesty Hamburg vorgestellt. Im Anschluss an den Austausch waren wir gemeinsam essen und haben erfahren, dass alle das erste Mal in Deutschland waren. Da in Ghana die Temperaturen auch im Winter nicht unter 20 Grad sinken, mussten sich alle erst einmal an die steife Brise in Hamburg im November gewöhnen und haben ziemlich gefroren. Der Abend war außerordentlich interessant und die Freunde aus Ghana haben sich im Anschluss herzlich bedankt. Die Kolleg_innen aus Ghana haben im Anschluss am in Hamburg stattfinden Jugend@Amnesty teilgenommen. Auf dem Foto sieht man (von links nach rechts): Claudia Brandt (Bezirkssprecherin), Janina Pohle (Jugendreferentin Hamburg), Isaac Kwame Nyanthe (hauptamtlicher Jugendreferent Ghana), Joseph Ankamah (ehrenamtliches Mitglied Ghana), Deborah Nana Ama Abbey (Mitglied Schülergruppe Ghana), Adriana Hennawi (SdS Berlin) Hannah Osei (Lehrerin und Amnesty-Aktivistin Ghana) und Julia Struck (Queeramnesty Hamburg).

Freitag, 4. Oktober 2013, Konzert

Mit Dave Stewart für die Einhaltung der Menschenrechte an Europas Grenzen

Als wir gefragt wurden, ob wir Lust hätten beim Konzert von Dave Stewart am 4. Oktober 2013 im legendären Hamburger „Mojo Club“ einen Amnesty International-Infostand zu betreuen, haben wir nicht lange gefackelt und zugesagt – eine gute Entscheidung.

Queeramnesty Hamburg traf sich kurz vor der Bundestagswahl mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Markus Löning (FDP), um sich zum Thema Menschenrechtsverletzungen an Lesben, Schwulen, Trans, Bi- und Intersexuellen (LGBTI) auszutauschen. Schwerpunkt des Gesprächs war die Menschenrechtssituation intersexueller Menschen in Deutschland.

Die Stellungnahme und die Empfehlungen des Deutschen Ethikrats bestärkten Queeramnesty 2012 in der Erwartung, dass das Thema mit großer Dringlichkeit auch im Rahmen gesetzgeberischer Regelungen im Sinne der Menschenrechte angepackt wird – dies ist aber nicht geschehen. Lediglich eine Änderung im Personenstandsgesetz wurde vorgenommen, die jedoch insbesondere nichts zu der dringend erforderlichen Verhinderung von Operationen an intersexuellen Kindern beiträgt.

Zu einer besonderen Aktion machten sich Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen am letzten Dienstag auf den Weg in die Hamburger City. Der Wahlpflichtkurs „Amnesty International“ unter der Leitung von Herrn Buzuk hatte sich in diesem Schuljahr intensiv mit dem Thema der der Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten und Nordafrika auseinander gesetzt, denen in ihrer Heimat Haft, Misshandlungen oder Folter drohen und die in ihrer Not den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen um in EU-Staaten Asyl zu suchen.

Alleine in 2011 sind geschätzt über 1500 Seeflüchtlinge bei der riskanten Überfahrt ums Leben gekommen. Um auf dieses Elend aufmerksam zu machen, hat der Wahlpflichtkurs einen Flashmob vor dem Mönckebrunnen organisiert, an dem rund 230 Klassenkameraden aus ihren Stufen teilnahmen. Begleitet von dem Sound von Tamburins wurde eine blaue Plane ausgebreitet, auf die die Schülerinnen und Schüler 150 knallgelbe, selbst gefaltete Boote auslegten - symbolhaft für ein Zehntel der pro Jahr zu Tode kommenden Flüchtlinge. Dass die vier großen blauen Boote, die die Ecken des „Meeres“ zieren sollten, nicht so recht aufrecht stehen wollten, tat dem gelungenen Gesamteindruck keinen Abbruch.

Auf Einladung der Senatskanzlei der Stadt Hamburg und des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) nahmen Mitglieder von Queeramnesty Hamburg im April 2013 am Fachkräfteaustausch Jugend in Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg teil. Seit 2011 erfährt die Öffentlichkeit immer wieder von neuen Gesetzen in Russland, die das öffentliche Eintreten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* (LGBT) für ihre Rechte einschränken sollen.

Auch in St. Petersburg sind solche Gesetze verabschiedet worden (sogenanntes Propandaverbot). Dort gilt es seitdem als Ordnungswidrigkeit, wenn Personen z. B. öffentlich für die Rechte von Homosexuellen demonstrieren. Kurz vor der Reise war es zu Durchsuchungen von Büros vieler Nichtregierungsorganisationen in ganz Russland gekommen – auch der Büros der Organisationen, die Queeramnesty in St. Petersburg besuchte.

Im Kampf um die Abschaffung der Todesstrafe gibt es zunehmend Erfolge zu verzeichnen. Der Trend ist eindeutig – immer mehr Staaten entscheiden sich zur Abkehr von dieser. Doch weiterhin halten 58 Staaten an der Todesstrafe fest und jährlich werden nach Schätzungen von Amnesty International noch immer tausende Menschen hingerichtet. In diesem Jahr hat sich Hamburg erstmalig an dem Aktionsbündnis „Cities for Life – Cities against the Death Penalty“ beteiligt. Das Bündnis wurde 2002 von der italienischen Gemeinde Sant’Egidio gegründet und geht zurück auf die Entscheidung des Großherzogtums Toskana vom 30.11.1786, Folter und Todesstrafe endgültig abzuschaffen. Um diesem zu gedenken und sich für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen, beteiligen sich inzwischen mehr als 1500 Städte in über 90 Ländern an dieser Städtekoalition. Jährlich am 30.11. wird in diesem Sinne unter dem Motto „No Justice Without Life“ ein bekanntes Monument in den teilnehmenden Städten illuminiert und durch weitere Aktionen hervorgehoben.

Nicht zuletzt durch das Engagement von Amnesty International trat die Hansestadt zu Beginn des Jahres dem Aktionsbündnis bei. Unter Verantwortung der Bürgerschaft Hamburgs und in Zusammenarbeit mit unserer Gruppe, der Gemeinde von St. Michaelis und dem Lichtkünstler Michael Batz wurde dieses Event realisiert und der Michel dieses Jahr zum ersten Mal beleuchtet. Der Beginn der Illumination des Schriftzuges „Du sollst nicht töten“ unter dem grün beleuchteten Turm des Michels, wurde offiziell durch Eva Gümpel (GAL), Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Alexander Röder, Hauptpastor von St. Michaelis, dem Lichtkünstler Michael Batz sowie Sophie Sonntag, der Gruppensprecherin der Amnesty Gruppe Ottensen eingeleitet. Zusätzlich waren wir vor Ort mit einem Infostand präsent, um Fragen interessierter Bürger zu beantworten und Unterschriften zur Abschaffung der Todesstrafe zu sammeln.

Die Gruppe 1120 freut sich darauf, im nächsten Jahr die gelungene Aktion zu wiederholen und weiter auszubauen

Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz war fünf Jahre lang in dem US-Gefangenenlager auf Kuba in Haft. Die Hochschulgruppe der Universität Hamburg lud Kurnaz im November ein, um mehr über seine Gefangenschaft zu erfahren.

Der Hörsaal füllte sich rasch mit Menschen – begierige Zuhörer soweit das Auge reichte: Auf den Treppen, auf den Gängen und selbst auf den Fensterbänken sammelten sich mehr als 750 Leute am Abend des 8.November 2012, um am Schicksal von Murat Kurnaz teilzuhaben. Sein engagierter Anwalt Bernhard Docke ergänzte den Vortrag mit interessanten Zusatzinformationen.

2012 Der Amnesty International-Bus zu unserer Kampagne für einen UN-Waffenkontrollvertrag fuhr durch die Stadt.

 

Am 8. März war es wieder soweit: Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit hat eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag in der W3 in Altona organisiert. Gunda Opfer (Sprecherin der Sektionskoordinationsgruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen („MaF“) begrüßte Gäste und Mitglieder mit einem kleinen Rückblick auf die Geschichte der Rechte der Frauen – von der französischen Revolution bis zur Erklärung der Menschenrechte für alle Menschen – und stellte dann die Frage, ob ein Frauentag heute noch zeitgemäß und nötig ist. Die weiteren Beiträge haben diese Notwendigkeit dann wieder einmal bewiesen.

Zwei Dokumentarfilme zum Thema „Frauen und illegale Zwangsräumungen in Kambodscha“ zeigten eindringlich das Leid der betroffenen Frauen sowie ihren aktiven, teilweise sogar erfolgreichen Kampf gegen Umsiedlung und Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Claudia Busche (Themenkoordinationsgruppe „MaF“) berichtete von diesem sehr speziellen Frauenwiderstand (die Aktionen und Demonstrationen werden überwiegend von Frauen organisiert und durchgeführt) und den Aktionen von Amnesty International (z.B. Urgent Actions).

Am 7. September fand im Rudolf- Steiner-Haus in Hamburg eine Podiumsdiskussion zum Thema „Lebensquelle Wasser - Klimawandel und Menschenrechte“ statt. Eingeladen hatte der Hamburger Amnesty-Bezirk in Kooperation mit dem Climate Service Center (CSC).

Zunächst begrüßten Dieter Sienknecht für Amnesty und Prof. Guy Brasseur für das CSC die Erschienenen.Danach leitete Barbara Hennemuth von der Gruppe 1534 kurz in die Thematik ein, wobei sie besonders die Anerkennung eines Menschenrechts auf Wasser durch die UNO im Jahre 2010 und die Betonung des Klimawandels als Bedrohung für den Weltfrieden durch den UN-Sicherheitsrat im Juli 2011 hervorhob.

Dann hatten die Podiumsteilnehmer das Wort. Unter der souveränen Moderation des Hamburger Journalisten Burkhard Plemper beleuchteten aus verschiedenen Aspekten das Thema:

Prof. Dr. Hartmut Graßl, ehem. Direktor des Weltklimaforschungs-programms; Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty International Deutschland; Prof. Dr. Maria Mánez Costa, Agrarökonomin, CSC; Jo Leinen, Mitglied des Europaparlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Umweltfragen.

Es wurden folgende Fragen angesprochen und diskutiert: zunehmende Bedrohung der Inselstaaten in der Südsee durch den steigenden Meeresspiegel; Verschärfung der Dürre im Mittelmeerraum; Zunahme der Migration aufgrund zunehmenden Schwundes der Lebensgrundlagen; rechtsverbindliche Definition von 'Klima-Migranten'; europäischer Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in von Dürre bedrohten Gebieten; Umgang mit zerfallenden Staaten.

Das Publikum folgte den Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit und bewies sein Interesse durch vertiefende und ergänzende Nachfragen. Deutlich wurde nicht nur die Wichtigkeit des Problems, sondern auch die Bedeutung des Zusammenwirkens von Menschenrechtsorganisationen, Wissenschaft und Politik. So kann etwa die Klima-forschung Aussagen über zukünftige dramatische Veränderungen der Lebensbedingungen vorlegen, auf die sich Organisationen wie Amnesty International einstellen müssen. Auch auf diesem Gebiet sind politische Entscheidungen ohne Berücksichtigung von Menschenrechtsaspekten nicht zu verantworten.

„Dürfen wir um ihre Aufmerksamkeit bitten. Es dauert nur 5-7 Minuten. Wirklich, wir haben mitgestoppt.“ Gespräche verstummen, die Blicke richten sich auf Anne. Sie weist in wenigen Worten auf die Situation von Liu Xiaobo hin. Und leitet über zu Achim Buch, Schauspieler aus dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses, der mit imposanter Stimme das Gedicht des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers vorträgt: „Warte auf mich – mit dem Staub..“
Gleich sechs Mal spielte sich diese Szene am 20. März ab. Die Gruppe 1028 zog an diesem Sonntagnachmittag durch Hamburger Cafés als Teil einer länderübergreifenden Aktion, initiiert durch das Internationale Literaturfestival Berlin.

EIN TOAST AUF DIE FREIHEIT
 
Unter diesem Motto stand unsere große Geburtstagsfeier auf dem Paul-Nevermann-Platz in Altona am 21. Mai von 14 – 19 Uhr. Eine mobile Bühne, ein Info-Stand im Amnesty-Pavillon, Helfer vom Arbeitskreis Öffentlichkeit, der Gruppe 1172, kostenloser Strom aus einem Laden, viele Künstler, die natürlich unentgeltlich zur Feier des Tages auf der Bühne standen, ganz tolles Wetter und gut gelaunte, interessierte Passanten – das war der Mix für eine rundum gelungene Veranstaltung zum 50. Geburtstag von Amnesty International.
Wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört, haben wir den Stand und die Bühne mit Luftballons geschmückt, die natürlich bei den kleinen Zuschauern heiß begehrt waren. Die Eltern waren gern zu einer kleinen Spende bereit und schon bald sah man in der Fußgängerzone vor dem Mercado und im Bahnhof Altona überall die Amnesty Kerze.

Der 26.06. fiel dieses Jahr auf einen Sonntag, so dass wir einen Flohmarkt in der Hamburger Innenstadt als Aktionsort gewählt hatten. Obwohl wir nur zu viert waren, gelang es uns, mit der schauspielerischen Darstellung von Folterszenen viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Ana hatte die Rolle des Folteropfers übernommen: sie trug einen schwarzen Leinenbeutel auf dem Kopf und war an Händen und Füßen gefesselt. Steffi und Marc stellten währenddessen die Folterer dar. Als Symbol der Straflosigkeit trugen sie weiße Masken. Unter der Darstellung von Schlägen und Beschimpfungen liefen die beiden dann mit der gefesselten Ana über den Flohmarkt und zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Dann griff Amnesty ein: Inga, hielt eine kleine Rede über das Megaphon.

Anschließend sammelten wir, sowohl am Stand, als auch mit Klemmbrettern, Unterschriften für eine Petition gegen Folter in Ägypten.

Die Darstellung von Folterszenen in der Öffentlichkeit erforderte zwar ein wenig Überwindung, garantierte jedoch die Aufmerksamkeit und das Interesse der Flohmarktbesucher! Ein voller Erfolg!

Mit unserer Aktion am Jungfernstieg bei sonnigem Wetter erinnerten wir an Steinigungen im Iran, die dort leider immer noch zur Realität im Strafvollzug zählen und vor allem bei Vergehen wie Ehebruch verhängt werden. Wir sammelten ca. 250 Unterschriften für die Abschaffung dieser grausamen Todesstrafe, die wir an die iranische Justizbehörde und an die iranische Botschaft in Berlin schickten.

Cynthia Olotu, Gruppe 1120

 

Gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker und SOS Darfur hat Amnesty International am 30.10.2010 auf dem Hamburger Gerhard-Hauptmann-Platz einen so genannten Smartmob – ein Flashmob mit gesellschaftspolitischem Hintergrund – gestartet. Ziel der Aktion war es, die Öffentlichkeit auf kreative, interessante, friedliche, aber auch ungeschönte Weise auf den anhaltenden Genozid in Darfur aufmerksam zu machen. Dazu haben alle Teilnehmer, die mit roter Schminke und roten Servietten entsprechend „blutig“ geschminkt waren, ein Massaker nachgestellt, indem sie sich drei Minuten lang reglos auf den Boden des Platzes gelegt hatten. Insgesamt sind wir so innerhalb von 45 Minuten drei Mal gemeinsam „gestorben“. Außerdem waren aussagekräftige Transparente und Infotische aufgestellt, um Passanten auch mit Flyern über die nötigen Fakten zu informieren und sie zur Teilnahme an unseren Petitionen einzuladen. Obwohl Smartmobs im Vergleich zu normalen Infoständen  nur sehr kurze, scheinbar spontane Aktionen sind, hat unsere AI-Gruppe 1172 auf diese Weise in einer Stunde viele Unterschriften sammeln können.

Fotos der Aktion gibt es auf http://www.flickr.com/photos/43837164@N07.

Frauke Priegnitz, Gruppe 1172

 

 

A Face for Freedom in Iran

Zahlreiche Menschen in Hamburg und Amnesty International, Bezirk Hamburg sendeten mit der Aktion „…a Face for Freedom in Iran“, die auch in anderen europäischen Ländern stattfand, ein Signal für Millionen von Iranern.
Am Samstag, 30.01.2010 von 12:00 bis 15:00 Uhr konnten Hamburgerinnen und Hamburger die Menschen im Iran unterstützen, indem Sie ein Foto von Ihrem Gesicht machen ließen. Sie wollten ihre Gesichter für Freiheit im Iran zeigen und sich auf diese Weise für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran einzusetzen.
Jedes Gesicht ist ein Symbol des Friedens. Mit dieser Aktion wollten sie, in Solidarität zu den Menschen im Iran, ein Zeichen setzen für diejenigen, deren Stimmen bisher noch nicht gehört wurden.